Fragen

zur aktuellen Situation

Ausrufen der Alarmstufe der Bundesregierung

Momentan fließt, wenn auch stark gedrosselt, weiterhin Gas aus Russland nach Deutschland und in die EU. Die Versorgungssicherheit ist zum jetzigen Zeitpunkt gewährleistet. Dennoch hat die Bundesregierung am 23. Juni 2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

Ergänzende Informationen für Privatkunden und Gewerbetreibende haben wir auf dieser Seite für Sie im Folgenden zusammengestellt:

Aktuelles zum Preisdeckel, der Gasumlage und Mehrwertsteuer-Absenkung

Aktuelles zum Preisdeckel, der Gasumlage und Mehrwertsteuer-Absenkung.

Am 29. September 2022 hat die Bundesregierung einen 200 Milliarden Euro schweren Abwehrschirm verkündet, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten.

Dazu gehören:

  • Wegfall der Gasumlage
  • Einführung einer Strom- und Gaspreisbremse
  • Steuersenkung für Gas und Fernwärme auf 7 %

Wir informieren Sie umgehend, sobald die von der Bundesregierung eingerichtete Expertenkommission konkrete Vorschläge zur Umsetzung der Maßnahmen vorlegt. Die Stadtwerke Pforzheim werden die Entlastungen selbstverständlich vollumfänglich an die Kundinnen und Kunden weitergeben.

Informationen für Privatkunden

Die Entwicklung auf den Energiemärkten kennt bereits seit etlichen Monaten nur eine Richtung – nach oben. Durch die Reaktionen Russlands auf die westlichen Sanktionen infolge des Kriegs in der Ukraine reagieren die Preise äußerst sensibel und steigen immer weiter an. Besonders betroffen ist neben den Strombörsen der Gasmarkt, da Russland die zugesagten Lieferungen im Erdgas-Segment in den vergangenen Wochen massiv gedrosselt hat und das Angebot somit extrem verknappt wurde. Dieser Zustand hält nach wie vor an und beschäftigt die Energie-Experten der GVP nachhaltig.

Hierzu zählt beispielsweise die von der Bundesregierung beschlossene neue Umlage zur Rettung der Gasimporteure wie Uniper, die voraussichtlich ab Oktober dieses Jahres von sämtlichen Gaskunden getragen werden muss. Ohne diese Umlage wäre es den Gasimporteuren nicht mehr möglich, die ausgefallenen russischen Gasmengen am Markt anderweitig zu beschaffen. Die Kosten hierfür sind enorm und sollen nun auf den Schultern aller Gaskunden verteilt werden. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden, der zum Beispiel in einem durchschnittlichen, nicht energetisch hocheffizienten Einfamilienhaus anfällt, ergibt sich durch die Umlage eine jährliche Zusatzbelastung zwischen 300 und 1.000 Euro. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024, gelten. Zudem ist eine weitere Umlage, eine sogenannte Speicherumlage, im Gespräch. Um die Kosten für die Bürgerinnen und Bürger abzufedern, plant die Bundesregierung weitere finanzielle Hilfspakete und Entlastungen.

Die Versorgungssicherheit mit Gas ist laut Aussage des Bundeswirtschaftsministeriums zwar kritisch, aber weiterhin gewährleistet, denn die ausfallenden Mengen können – wenn auch zu hohen Preisen – am Markt beschafft werden. Die GVP hat die für ihre Kunden benötigten Mengen an Gas für das laufende Kalenderjahr bereits komplett beschafft, auch für das Jahr 2023 haben die GVP schon jetzt alle Mengen vertraglich gesichert. GVP-Kunden, die bereits aktuell eines der Vertragsprodukte nutzen oder aber über die Grundversorgung beliefert werden, müssen sich also aktuell keine Sorgen über Versorgungsengpässe oder allzu massive Preissprünge machen. Die überwiegende Zahl der Kunden profitiert von den Regelungen in den Verträgen und der Beschaffungsstrategie – Preisanpassungen, z.B. bei Vertragsverlängerungen, sind aktuell lediglich in moderatem Maße notwendig. Durch den Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die Energiemärkten steigt der Börsenpreis für Gas allerdings massiv an und befindet sich derzeit auf einem „Allzeit-Hoch“. Diese Entwicklung wird sich mittelfristig in Preisanpassungen widerspiegeln. Die Kunden der GVP profitieren dennoch von einem Beschaffungsmodus, der vorsieht, die Mengen nicht auf einmal einzukaufen, sondern immer dann Gasmengen tranchenweise zu beschaffen, wenn die Preise attraktiv sind. So ist gewährleistet, dass den GVP-Kunden trotz der aktuell sehr schwierigen Lage faire Vertragsangebote garantiert werden können. Die Preise liegen somit nach wie vor deutlich unter der tatsächlichen aktuellen Marktlage, steigen aber an. Kommt es zu Anpassungen, werden auch die Abschläge für die Kunden immer mit den Preisanpassungsschreiben automatisch von den GVP angepasst.

Davon ist auszugehen. Sanktionen betreffen nicht nur Unternehmen und ihre Beschäftigten, die mit Russland bislang gute Geschäfte machen. Das tangiert jeden, der von russischen Rohstofflieferungen abhängt, und damit letztlich einen Großteil der deutschen Haushalte sowie jeden Autofahrer. Und das nicht nur in Form von höheren Preisen, sondern zum nächsten Winter hin aller Voraussicht nach vor allem durch Knappheit. Energie könnte laut Energieexperten womöglich rationiert werden, um mit knappen Erdgasvorräten über die Runden zu kommen. Firmen müssten die Produktion drosseln, Gaskraftwerke stillstehen, Haushalte sparsamer heizen. Ob es so kommt, ist allerdings unklar. Als Energieversorger sind wir allerdings gesetzlich dazu verpflichtet, uns mit derartigen Szenarien zu befassen und uns entsprechend vorzubereiten. Auf EU-Ebene gibt es einen Solidaritätsmechanismus, unter dem EU-Länder im Ernstfall Gasreserven teilen sollen, um vor allem Haushalte vor Knappheit zu schützen. Deutschland hat dafür mit Dänemark und Österreich bilaterale Abkommen unterzeichnet, wie die dpa mitteilt. Allerdings sind auch dort die Speicherkapazitäten niedrig. Gleichzeitig bemüht sich die EU-Kommission um zusätzliche Lieferungen von Gas und Flüssiggas (LNG) in die EU. Dafür laufen nach offiziellen Angaben unter anderem Gespräche mit Aserbaidschan, Ägypten, Nigeria und Norwegen. Der norwegische Gaslieferant Equinor teilte allerdings mit, er produziere bereits bei maximaler Kapazität und es gebe nur begrenzte Möglichkeiten, die Produktion kurzfristig zu erhöhen.

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Erwartungsgemäß wirken sich politische Unsicherheiten, wie aktuell der Russland-Ukraine-Konflikt, auf den Finanz- und Rohstoffmärkten preistreibend aus. Ungeachtet dessen befinden wir uns bereits auf einem sehr hohen Preisniveau. Dies resultiert aus vielen, gerade auch internationalen Entwicklungen. Davon kann sich niemand abkoppeln. Selbst bei konservativer Beschaffungsstrategie müssen Stadtwerke daher sukzessive teurer einkaufen. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht fundamental ändern, werden das die Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahresverlauf auch bei Wärme- und Stromrechnungen spüren. Umso wichtiger ist, dass die Politik dort eingreift, wo sie es kann. Rund 40% der Energiepreise sind staatlich veranlasst. Hier kann mit verschiedenen Maßnahmen die allgemeine Entwicklung wirksam gedämpft werden. Darüber hinaus lehrt uns die aktuelle Situation, dass wir unsere Energiequellen weiter diversifizieren müssen. Das gilt für die noch benötigten fossilen Energieträger, vor allem aber für den Ausbau der Erneuerbaren. Sie bieten die beste Voraussetzung für langfristig stabile und erschwingliche Energiepreise.“

Das Ziel ist klar: Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie russischem Gas soll verringert, die Energieversorgung auf eine breitere Basis gestellt werden. So könnte es dauerhaft mehr Importe von Flüssiggas geben. Um die Versorgungssicherheit in Deutschland aufrechtzuerhalten werden für die Stromgewinnung nun auch bereits stillgelegte Kohlekraftwerke reaktiviert.

Wer im Hinblick auf die aktuelle Situation Energie einsparen möchte, hat hierzu vielfältige Möglichkeiten. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes ⁠würden rund zehn Terawattstunden (TWh) Gas weniger benötigt, wenn alle Haushalte in Deutschland die Temperatur in den Wohnungen um ein Grad reduzierten. Bei einer Absenkung um zwei Grad wären es sogar rund 21 TWh. Das sind etwa fünf Prozent des derzeit aus Russland importierten Erdgases.

Auch beim Kochen kann man leicht Energie sparen; etwa, indem man darauf achtet, dass der Durchmesser des Kochtopfs mit der genutzten Herdplatte übereinstimmt und Wasser mit geschlossenem Deckel zum Kochen gebracht wird. 

Es empfiehlt sich zudem, den Gefrierschrank regelmäßig abzutauen. Denn dicke Eisschichten fressen Energie.

Auch beim Wäschewaschen ist es wichtig, auf die richtigen Programme zu achten und nur gut geschleuderte Kleidungsstücke in den Trockner zu tun: 1400 statt 1000 Umdrehungen pro Minute sparen etwa 20 Prozent Strom beim anschließenden Trockenvorgang.

Besonders empfehlenswert ist richtiges Lüften: Drei- bis viermal täglich sollte für etwa fünf Minuten das Fenster weit geöffnet werden (Stoßlüften). Die Heizungsventile sollten vorher zugedreht werden. Bei gekippten Fenstern ist der Belüftungseffekt hingegen gering, der Energieverlust dagegen sehr hoch.

Ratsam ist obendrein der Einsatz von Energiesparlampen im Haus: Sie verbrauchen fünfmal weniger Strom als herkömmliche Glühlampen und halten zwölfmal länger.

Auch der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten zählt zu den Energiefressern. Besser: Die Geräte nachts komplett abschalten.

Die Gasversorgung Pforzheim (GVP) hat Verträge mit verschiedenen Handelspartnern abgeschlossen, über die Gas bezogen wird. Durch das große Netz an Vorlieferanten sind die Risiken in Sachen Gasversorgung bei der GVP breit gestreut. Direkte Verträge mit russischen Lieferanten bestehen nicht, dennoch würde ein Ausfall russischen Gases indirekt auch die GVP treffen, da die Gasversorgung in Deutschland zu rund 35 Prozent von russischen Lieferungen abhängt und in der Regel mehrere Zwischenhändler involviert sind, bis das Gas beim Endkunden landet. Um eine Kettenreaktion zu vermeiden, möchte die Bundesregierung einen Rettungsschirm aufspannen, um allzu gravierende Auswirkungen auf die Stadtwerke und die Kunden in Deutschland zu verhindern. Dieser Schutzmechanismus soll insbesondere auch die großen Vorlieferanten wie beispielsweise Uniper stützen, um die bereits weggefallenen Mengen an russischem Gas preislich zu kompensieren und die Gasversorgung auch im Falle eines kompletten russischen Lieferstopps möglichst aufrechtzuerhalten. Welche genauen Auswirkungen dies auf die die Stadtwerke und letztlich die Endverbraucher hat, ist noch nicht abzusehen und hängt davon ab, in welchem Umfang der Staat für die zusätzlichen Beschaffungskosten aufkommt.

FAQs Gasentlastung

Die Bundesregierung will Haushalte und Unternehmen in Deutschland durch einen Abwehrschirm gegen steigende Energiekosten schützen. Der Abwehrschirm besteht unter anderem aus einer einmaligen Soforthilfe im Dezember 2022. Weitere Maßnahmen folgen im Jahr 2023.

Als Kunde der GVP müssen Sie die im Dezember fällig werdenden Gas-Abschläge nicht bezahlen. Jenen Abschlag, den Sie üblicherweise Ende Dezember überweisen, übernimmt in diesem Jahr einmalig die Bundesregierung.

Bitte führen Sie keine Überweisung durch bzw. setzen Sie Ihren Dauerauftrag im Dezember aus. Bei Kunden mit gültigem Sepa-Lastschriftmandat werden wir den Abschlag im Dezember nicht abbuchen.

Alle eingehenden Zahlungen gehen nicht verloren, sondern werden auf dem jeweiligen Kundenkonto gebucht und mit der nächsten Rechnung berücksichtigt. Wir bitten um Verständnis, dass eine direkte Rückzahlung vom Gesetzgeber nicht vorgesehen ist.

Die Soforthilfe wird vom Gasversorger individuell pro Haushalt berechnet. Grundlage ist der im September prognostizierte Jahresverbrauch des Kunden. Die Soforthilfe basiert auf einem Zwölftel dieses Verbrauchs. Ein Zwölftel Ihres im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs wird mit dem am 1. Dezember 2022 geltenden Brutto-Arbeitspreis multipliziert. Auch ein Zwölftel des Grundpreises wird vom Staat übernommen. Die Entlastung über die Soforthilfe entspricht also eigentlich nicht dem realen Dezemberabschlag oder der Rechnung für den Monat Dezember, sondern kann etwas darüber oder darunter liegen. Trotzdem müssen Sie im Dezember keinen Abschlag zahlen. Etwaige Abweichungen, werden in Ihrer Jahresrechnung berücksichtigt. Die Berücksichtigung des für Dezember 2022 vereinbarten Preises gewährleistet, dass die teils erheblichen Preisanstiege zum Ende des Jahres 2022 zugunsten der Kundinnen und Kunden berücksichtigt werden.

Nein. Die Soforthilfe umfasst ein Zwölftel der Jahresrechnung, basierend auf dem Verbrauch, der im September 2022 prognostiziert worden ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in der Jahresrechnung der Verbrauch des gesamten Jahres zusammengefasst wird, also die Sommermonate, in denen gar nicht geheizt wird ebenso wie die Wintermonate, in denen der Gasverbrauch deutlich steigt. Die Abschläge bleiben das ganze Jahr über gleich hoch, da die Jahresrechnung durch die zwölf Monate geteilt wird. Der Abschlag ist also keine Abrechnung, sondern legt die Jahresrechnung gleichmäßig auf alle Monate um. Das erleichtert die Zahlung für die Gaskundinnen und -kunden. Die Soforthilfe entspricht einer im Voraus berechneten Abschlagszahlung. Wenn Sie im Dezember mehr Gas verbrauchen, wird dies in der Jahresabrechnung berücksichtigt und Sie müssen den Mehrverbrauch zahlen. Gleiches gilt aber auch für den Fall, dass Sie weniger Gas verbrauchen. Die Summe der Soforthilfe bleibt gleich und deckt dann einen größeren Anteil Ihrer Jahresrechnung ab.

FAQs Wegfall Gasumlage

Die von der Politik zum 1. Oktober beschlossene Gasumlage wurde kurzfristig gekippt. Die Gasumlage wurde ursprünglich von der Bunderegierung eingeführt, um in Not geratene Gasimporteure vor einer Insolvenz zu schützen und damit die Energieversorgung in Deutschland zu sichern. Die Gasumlage hätte zu Mehrkosten in Höhe von mehreren Hundert Euro pro Jahr für einen Durchschnittshaushalt geführt – zusätzlich zu den stark angestiegenen Beschaffungskosten. Stattdessen sollen die Gasimporteure nun eine direkte Unterstützung vom Staat erhalten und so Gaskunden entlastet werden.

Senkungen bzw. Abschaffungen von staatlichen Umlagen werden von der GVP selbstverständlich an die Kundinnen und Kunden weitergegeben. Durch den Wegfall der Gasumlage verringern sich die Kosten für um 2,4 Cent (netto) pro Kilowattstunde (kWh). Bei einem durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh sind das dann rund 480 Euro pro Jahr.

Für den geplanten Preisdeckel für Strom und Gas liegen uns noch keine konkreten Informationen vor, wie der Deckel ausgestaltet wird. Eine Expertenkommission, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde, wird hierfür bis Mitte Oktober 2022 konkrete Vorschläge machen.

Wichtig für Sie: Sie müssen nichts tun. Sie zahlen ab Oktober automatisch den um die weggefallene Beschaffungsumlage niedrigeren Preis. Ihren Abschlag senken wir automatisch. Falls Sie nicht möchten, dass Ihr Abschlag gesenkt wird, können Sie Ihren Abschlag bequem und einfach im Kundenportal unter https://portal.gvp-energie.de/portal/start anpassen.

Sollten Sie uns bereits den erhöhten Abschlagsbetrag für Oktober überwiesen haben oder dieser von uns per Lastschrift eingezogen worden sein, werden wir Ihnen die zu viel bezahlten Beträge im Rahmen der Jahresendabrechnung zurückerstatten.

Die Bundesregierung hat die Gasumlage gestoppt und will nun stattdessen mit einem über Kredite finanzierten 200-Milliarden-Euro-Paket die hohen Energiekosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher abfedern. Herzstück des Abwehrschirms ist eine Gaspreisbremse. Durch sie sollen Haushalte und Unternehmen spürbar entlastet werden. Eine Expertenkommission soll bis Mitte Oktober einen Vorschlag für eine konkrete Umsetzung machen.

Beim Preisdeckel wird nach aktuellem Stand ein Basisverbrauch für Privathaushalte und kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) ermittelt, der einen bestimmten Preis nicht übersteigen darf. Damit können Sie sichergehen, dass Ihr Grundbedarf an Gas bestimmte Kosten nicht übersteigen wird. Verbrauchen Sie mehr Gas, als im Basisverbrauch festgehalten, werden für diese verbrauchte Energie die aktuellen Marktpreise angesetzt.

Die Gaspreisbremse wiederum soll nach derzeitigem Stand aus einem Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds der Bundesregierung finanziert werden. Dabei zahlt die Bundesregierung den Gasimporteuren das Delta zwischen dem angesetzten Preis und den tatsächlichen Kosten. Sobald nähere Details bekannt sind, werden wir unsere Kundinnen und Kunden informieren.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kostenbelastung der Gaskunden in Deutschland die GVP die von der Bundesregierung angekündigte Umsatzsteuersenkung von 19% auf 7% zwischen dem 1.10.2022 und dem 31.03.2024. Wir werden die Umsatzsteuerreduzierung vollständig an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben.

Um für den Winter gewappnet zu sein, werden aktuell die deutschen Erdgasspeicher mit Hochdruck gefüllt. Das Energiespeichergesetz schreibt vor, dass bis Anfang November die Speicher nahezu voll sein müssen. Die dafür anfallenden Kosten werden auf alle Gaskunden umgelegt und dafür die neue Gasspeicherumlage zum 1. Oktober 2022 eingeführt, die von allen Gaskunden getragen wird. Die Gasspeicherumlage hat aktuell eine Höhe von 0,059 ct/kWh (netto).

Nein. Kunden müssen nichts tun. Über Ihren neuen Arbeits- oder Grundpreis und Abschlag wurden alle Kunden bereits persönlich informiert. Und der verminderte Umsatzsteuersatz wird in den Jahresabschlussrechnungen unserer Kunden automatisch berücksichtigt.

Die GVP sind für Sie da und wir finden gemeinsam eine Lösung. Grundsätzlich gilt: Rechnungen und Abschläge müssen pünktlich bezahlt werden. Zahlungen für Strom, Heizung und Miete sollten immer Vorrang haben und vor allen anderen Rechnungen beglichen werden. Uns ist allerdings sehr wohl bewusst, dass manche Umstände dies erschweren können und gerade die aktuelle Situation eine besondere Herausforderung für viele Haushalte darstellt. Sollten Sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nehmen Sie bitte unmittelbar Kontakt mit uns auf. Bei Nichtbezahlung von Energierechnungen oder monatlichen Abschlägen drohen zusätzliche Kosten durch Beantragung von Mahnbescheiden, Gerichtskosten sowie Inkasso- und Sperrgebühren. Sollten Sie die Energiekosten aus eigener Hand nicht mehr bewältigen können, gibt es Beratungs- und Hilfsangebote, über die wir Sie gerne informieren.  

Ja, auf jeden Fall! Unsere Gaspreise sind aktuell im Marktvergleich weiterhin sehr attraktiv. Außerdem treiben wir die Energiewende voran und engagieren uns für die Region und die Menschen. Mit uns an Ihrer Seite blicken Sie in eine sichere, nachhaltige Zukunft. Wir würden uns freuen, Sie auch weiterhin als Kunde bei uns begrüßen zu dürfen.

Informationen für Geschäftskunden

Mit rund 46 Prozent ist Russland für einen Großteil der Gasimporte in die EU und somit auch nach Deutschland verantwortlich. Dahinter folgen Norwegen mit 29 Prozent, sieben Prozent stammen aus Algerien. Im niederländischen Groningen gibt es ein wenig Eigenproduktion, die allerdings bald stillgelegt werden soll. Vor allem Gas, das durch Pipelines nach Deutschland kommt, lässt sich nicht so leicht umlenken und ersetzen wie Kohle. Zwar lassen sich zusätzliche Mengen an Flüssigerdgas (LNG) ankaufen. Doch das Angebot ist knapp und teuer; die USA, Katar und Australien dominieren den Markt. Das meiste LNG fließt derzeit nach Asien.

Für ihre Kunden haben dieGVP die vertraglich vereinbarten Energiemengen beschafft und erfüllen die Lieferverpflichtungen selbstverständlich. Wie sich die Gaspreise kurz-, mittel- und langfristig entwickeln, kann allerdings niemand zuverlässig prognostizieren. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt die weitere Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts. Als Kunde der GVP profitieren die Kunden von einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie, die auf einen breiten Liefermix setzt und die Energiemengen zu einem hohen Anteil langfristig im Voraus beschafft. Allerdings können auch wir uns dauerhaften Preissteigerungen nicht entziehen.

Momentan fließt, wenn auch stark gedrosselt, weiterhin Gas aus Russland nach Deutschland und in die EU. Die Versorgungssicherheit ist zum jetzigen Zeitpunkt gewährleistet. Dennoch hat die Bundesregierung am 23. Juni 2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

Im Falle eines deutschlandweiten Engpasses hinsichtlich der vorhandenen Gasmengen regelt der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ die Versorgung. Dieser ermöglicht deutschen Behörden bei gravierenden Marktverwerfungen und Versorgungskrisen weitreichende Eingriffe in den Markt, um die Gasversorgung in Deutschland zu sichern. Sollten marktbasierte Maßnahmen, wie zum Beispiel der Rückgriff auf Speicher oder der Bezug von Erdgas aus alternativen Lieferquellen, nicht ausreichen, kann die Bundesregierung per Rechtsverordnung die sogenannte Notfallstufe ausrufen. Dann kann die Bundesnetzagentur Priorisierungen anordnen, zum Beispiel die Leistungsreduzierung beziehungsweise die Abschaltung von nicht-systemrelevanten Gaskraftwerken oder Industriekunden, um sicherzustellen, dass auch im Notfall Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden weiter mit Gas beliefert werden. Diese Anordnungen wären behördliche Verfügungen der zuständigen staatlichen Stellen, auf die Energieversorger wie die SWP keinen Einfluss hätten.

Große Firmen benötigen für viele Prozesse Energie aus Russland: Raffinerien beispielsweise, die Öl zu Kraftstoffen und Chemikalien verarbeiten. Insgesamt kam zuletzt mehr als ein Drittel der Rohöl-Einfuhren Deutschlands aus Russland. Allerdings lässt sich Öl vergleichsweise leicht aus anderen Staaten importieren; Schiffe können den Rohstoff in Häfen in das Pipeline-Netz einspeisen.

Anders sieht die Lage beim Erdgas aus: Für die Chemieindustrie beispielsweise ist Gas einer der wichtigsten Rohstoffe: Ganze Chemieparks betreiben eigene Gaskraftwerke, um Strom und Dampf für die Fabriken zu erzeugen. Und die Branche braucht Gas für viele Prozesse wie etwa die Herstellung von Dünger oder Wasserstoff. Für energie-intensive Industrien könnte die Lage "sehr problematisch werden, sollte Gas in Europa knapp werden", mahnt Wolfgang Große Entrup, Chef des Chemieverbands VCI.

Auch Branchen, die bislang noch abhängig von Kohle sind, werden dies zwangsläufig ändern müssen, da mit Kohle betriebene Hochöfen viel Treibhausgas ausstoßen. Einige Unternehmen planen erste große Anlagen, die Eisenerz mithilfe von Erdgas und langfristig mit Wasserstoff zu Roheisen verarbeiten. Das schont das Klima, wenn der Wasserstoff zuvor mit Ökostrom aus Wasser oder Sonnenenergie erzeugt wird. Kurzfristig wird aber auch hier viel Gas benötigt.

Die Gasversorgung Pforzheim (GVP) hat Verträge mit verschiedenen Handelspartnern abgeschlossen, über die Gas bezogen wird. Durch das große Netz an Vorlieferanten sind die Risiken in Sachen Gasversorgung bei der GVP breit gestreut. Direkte Verträge mit russischen Lieferanten bestehen nicht, dennoch würde ein Ausfall russischen Gases indirekt auch die GVP treffen, da die Gasversorgung in Deutschland zu rund 35 Prozent von russischen Lieferungen abhängt und in der Regel mehrere Zwischenhändler involviert sind, bis das Gas beim Endkunden landet. Um eine Kettenreaktion zu vermeiden, möchte die Bundesregierung einen Rettungsschirm aufspannen, um allzu gravierende Auswirkungen auf die Stadtwerke und die Kunden in Deutschland zu verhindern. Dieser Schutzmechanismus soll insbesondere auch die großen Vorlieferanten wie beispielsweise Uniper stützen, um die bereits weggefallenen Mengen an russischem Gas preislich zu kompensieren und die Gasversorgung auch im Falle eines kompletten russischen Lieferstopps möglichst aufrechtzuerhalten. Welche genauen Auswirkungen dies auf die die Stadtwerke und letztlich die Endverbraucher hat, ist noch nicht abzusehen und hängt davon ab, in welchem Umfang der Staat für die zusätzlichen Beschaffungskosten aufkommt.